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von Thomas Bitzer-Prill
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Unsere Auto-Odysse

dig it! media kauft ein Auto

Wir wollten doch nur ein Auto kaufen

Corona und die Auto-Industrie - ach je, was haben die Herrschaften gejammert. Nix geht mehr, nicht einmal eine klitzekleine Abwrackprämie für potentielle Käufer gab`s als Trostpflaster. Machtlose Lobbyisten, jammernde Vorstände, heulende Händler…denen kann geholfen werden - dachten wir.

Der Ist-Zustand: altes Auto abbezahlt, Euronorm 6, scheckheftgepflegt, laut mehrerer Onlinebewertungen noch zwischen 10.000 und 12.000 Euro wert.

Der Neue soll ein Hybrid, besser noch ein Plug-In-Hybrid werden. Ein Kombi mit genügend Platz für unser Equipment.

Nach intensiver Online-Recherche kamen Modelle von KIA, Volkswagen, Toyota und Ford in die engere Wahl. Auf den Herstellerwebseiten gibt`s jeweils einen bequemen Onlinekonfigurator. Hat man sein Wunschfahrzeug zusammengebastelt, genügt ein Klick, und die Konfiguration wird an den nächstgelegenen Händler weitergeleitet. Die Bestätigungsmails kündigen eine baldige Rückmeldung durch Händler in unserer Nähe an.

Das war vor etwa 4 Wochen… nur einen Tag später meldete sich ein Ford-Autohaus. Wir vereinbarten einen Besprechungstermin, an dem gleichzeitig unser altes Auto begutachtet werden sollte.

Gedächtnisprotokoll unseres Besuchs:

14.00 - Ankunft im Autohaus, freundliche Begrüßung durch unseren Autoverkäufer vor Ort

14.01 - 14.10 - Intensive Suche nach meiner Online-Konfiguration - gefunden - Erleichterung ist groß

14.11 - 14.30 - Unser Fahrzeug wird vom Parkplatz zur Begutachtung gebracht (Entfernung 15 Meter)

14.30 - Ein Kaffee wird angeboten, wir lehnen dankend ab

14.30 - 14.45 - Verkäufer blickt in den Monitor, tippt, blickt, tippt, blickt

14.45 - Verkäufer steht auf und holt aus gefühlt 100m Entfernung das ausgedruckte Angebot ab

14.50 - Verkäufer „präsentiert“ das Angebot durch die coronabedingte Plexiglasscheibe. Eigentlich nicht schlecht, aber bekanntlich kauft man die Katze ja nicht im Sack. Deshalb möchten wir das angebotene Modell mal anschauen. Geht nicht, weil nicht vorhanden. Und wie sieht`s mit einem ähnlichen Modell aus? Auch nicht…Begeisterung sieht anders aus

14.50 - 15.00 Monitorblick klick, tipp, klick, tipp

15.00 Bewertung für das alte Fahrzeug ist abgeschlossen - Verkäufer präsentiert uns das Ergebnis. Die Frage nach dem Kaufpreis kann er nicht beantworten, da der Herr über die Preise nicht verfügbar sei.

15.05 - Verkäufer geleitet uns nach draußen, zeigt uns die Ausfahrt.

Am nächsten Tag ruft er erneut an, bietet uns knapp 12.000 Euro für unseren „Alten“. Nicht schlecht, allerdings ist das angebotene Fahrzeug lediglich ein Hybrid für den es weder eine Förderung noch steuerliche Begünstigungen geben würde. Aus diesen Gründen lehnen wir das Angebot ab.

KIA - auch hier meldet sich das Autohaus relativ schnell zurück.

Gedächtnisprotokoll - 1. Besuch

16.30 - freundlicher Empfang

16.35 - 16.45 - Blick in den Monitor - klick, tipp, klick, tipp

16.45 Angebot liegt ausgedruckt auf dem Tisch. Zinsen sind im Vergleich zum Ford-Angebot relativ hoch, aber im Rahmen

16.50 - wir machen uns auf den Weg zur Besichtigung, als uns ein anderes, größeres Modell auffällt. Das wird wohl nicht mehr hergestellt, stünde aber noch zur Verfügung.

16.55 - neues Angebot wird erstellt, gefällt uns, wir vereinbaren einen Termin für eine Probefahrt, abermals mit Bewertung unseres Fahrzeugs.

Gedächtnisprotokoll 2. Besuch

08.50  - überpünktlich erscheinen wir zum Termin. Unser Verkäufer ist nirgendwo zu sehen

09.00  - wir sind bereit

09.10 - immer noch bereit

09.15 - ich informiere einen anderen Mitarbeiter, dass wir kein Auto kaufen werden, wenn nicht innerhalb der nächsten 5 Minuten unser Verkäufer erscheinen würde.

09:16 - Verkäufer erscheint, braucht einen Augenblick, um sich zu erinnern. Das Fahrzeug zur Probefahrt steht immer noch im Ausstellungsraum. Er versichert uns, dass wir gleich losfahren könnten.

09.17 - 09.30 - Zuerst holt er unser Auto zur Bewertung aus dem 8. Stock der Tiefgarage

09.30 - 09.44 - er schraubt die Schilder an das Probefahrzeug

09.45 - 11.00 - wir machen unsere Probefahrt, entscheiden uns, das Auto zu kaufen.

11.00 - 11.20 - zurück im Autohaus: Verkäufer informiert uns, dass das Fahrzeug während unserer Abwesenheit verkauft wurde, aber im KIA-Lager noch drei baugleiche Modelle stehen würden. Wir signalisieren unsere Kaufbereitschaft, machen das aber noch vom Verkaufswert unseres alten Autos abhängig.

11.20 - 11.35 Verkäufer versucht herauszufinden, wieviel wir für unser altes Auto bekommen

11.35 - 11.50 Verkäufer versucht herauszufinden, wieviel wir für unser altes Auto bekommen

11.55 - Verkäufer nennt uns 8000,00 € als Kaufsumme. Wir lehnen ab, nennen unsere Summe

11.56 - 11.57 Verkäufer telefoniert mit dem Godfather-of-Gebrauchtwagenpreise. Dieser bleibt bei seinen 8000 Euro. Wir lehnen dankend ab.

12.00 - Verkäufer verabschiedet uns. Alternativvorschläge, Entgegenkommen - Fehlanzeige

12:01 - wir verlassen den Verkaufsraum - der Verkäufer starrt wieder in seinen Monitor - klick, tipp, klick, tipp...

Von Toyota und Volkswagen kam bis heute keine Rückmeldung. Erzählt uns nie wieder etwas von einer Krise!!!

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