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von Thomas Bitzer-Prill
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Startup Valley Magazin

Buchempfehlung "Livestreaming" im Startup Valley Magazin

"Onlive" - Die Zukunft ist hybrid

Selbst wenn unsere Welt irgendwann einmal die Corona-Pandemie erfolgreich hinter sich gelassen haben sollte, bin ich mir sicher, dass Videokonferenzen, Webinar- und Livestream-Übertragungen integrale Bestandteile von Events aller Art sein werden. Das heißt, das Angebot muss künftig sowohl für ein Präsenz- als auch für ein Online-Publikum gleichermaßen aufbereitet werden. Ein entweder oder wird es in vielen Bereichen nicht mehr geben.

Bereits heute stellt das vor allem Veranstalter von Tagungen oder Seminaren vor große Herausforderungen. Angefangen bei der Durchführung von Umfragen oder Abstimmungen, über Co-Working-Angebote bis hin zu Diskussionsrunden. Der Einsatz geeigneter Kamera-, Ton- und Lichttechnik ist abhängig von Veranstaltungsart- und -größe. Auch die räumlichen Gegebenheiten spielen hier eine Rolle. Eine tiefergehende Betrachtung würde den Umfang dieses Beitrags sprengen. Deshalb hier nur mein dringender Ratschlag, sich professionell beraten zu lassen. Der (Allein-)Gang zum Discounter führt selten zu guten Ergebnissen.

Anders als bei Ihrem Präsenzpublikum herrschen in der Onlinewelt nicht überall optimale Seminarbedingungen. Sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden sich physisch an verschiedenen Orten, sind dort unterschiedlich starken Reizen ausgesetzt. Ist zusätzlich die Übertragungsqualität eingeschränkt, werden Reaktionen und Emotionen leicht übersehen oder nur teilweise wahrgenommen. Ermüdungserscheinungen und Unkonzentriertheit kommen als direkte Folgen passiver Bildschirmarbeit erschwerend hinzu.

Umso wichtiger ist es, eine Dramaturgie zu entwickeln, die für beide Bereiche sowohl on- als auch offline, gleichermaßen funktioniert:

  • Erstellen Sie vor der Veranstaltung ein Handout mit allen wichtigen Informationen zum Ablauf des Seminars und verschicken Sie diese ein paar Tage vorher per E-Mail an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer idealerweise als pdf-Dokument. Darin sollte auch eine einfache Anleitung zur Nutzung der Konferenzsoftware (evtl. Downloadlinks zur Installation von Zusatzsoftware nicht vergessen) enthalten sein. Falls Sie Umfrage- und Abstimmungstools auch für das Präsenzpublikum nutzen möchten, sollten diese ebenfalls die Möglichkeit haben, sich mit Ihrem Smartphone online bei der jeweiligen Software anzumelden.

  • Weniger ist mehr. Diese Weisheit hat gerade im Online-Zeitalter nicht an Aktualität verloren. Dünnen Sie Ihre Präsenzworkshop-Unterlagen aus. Vermeiden Sie Datenlawinen in Form von Tabellen, Zahlen und Schriften und stellen Sie an dieser Stelle auch eventuell vorhandene PowerPoint-Präsentationen auf den Prüfstand. Wenn Sie nur vorlesen, was sowieso auf dem Bildschirm zu lesen ist, können Sie sich die Folie auch sparen.

  • Spielen Sie mit Grafiken, Farben, Videos und Bildern. Setzen Sie bewusst Elemente ein, die dem Betrachter „ins Auge springen“. Je abwechslungsreicher Sie die reinen Vortragsbestandteile Ihres Workshops gestalten, desto stärker erhalten Sie die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden.

  • Behalten Sie die Reaktionen Ihres gesamten Publikums im Blick. Der Online-Chat ist ein wichtiges Kommunikationstool und sollte während der gesamten Veranstaltung zur Verfügung stehen. Häufig werden darüber Fragen und Anmerkungen formuliert. Idealerweise gibt es eine Person, die sich ausschließlich auf den Onlinepart konzentriert.

  • Nutzen Sie die digitalen Möglichkeiten Ihrer Konferenzsoftware. Egal ob Whiteboards zur interaktiven Nutzung, Breakout-Rooms zur Arbeit in Kleingruppen oder Umfragetools zur Durchführung einfacher Abstimmungen – die meisten Videokonferenzsoftwareprodukte haben die hierfür benötigten Werkzeuge bereits an Bord.
  • Schaffen Sie eine feste Seminarstruktur. Dazu gehört neben der inhaltlichen Planung auch die Einplanung ausreichend langer Pausen. Erfahrungsgemäß ist alle 45-60 Minuten eine 15-minütige Auszeit sinnvoll.

  • Auch wenn Ihr Web-Seminar in „geschützten“ Online-Bereichen stattfinden sollte, gestreamt wird das Ganze immer über das Internet. Ob ein Zuschauer Ihr Web-Seminar nebenher aufzeichnet und veröffentlicht, haben Sie nicht in der Hand. Umso mehr tragen Sie die Verantwortung für alles, was Sie sagen und tun. Trennen Sie deshalb deutlich zwischen belegbaren Tatsachen und reinen Meinungsäußerungen. Falls Sie dies nicht tun, kann Ihnen eine ungeprüfte Behauptung schnell um die Ohren fliegen.

  • Denken Sie immer daran: Haltung ist nicht das Beharren auf (falschen) Tatsachen, sondern auch die Fähigkeit, andere Blickwinkel einzunehmen und eventuelle Fehleinschätzungen zu korrigieren oder anzupassen.

Die Planung Ihres Web-Seminars sollten Sie immer mit der Einstellung durchführen, dass Sie Ihrem Publikum mit Ihrem Fachwissen und Ihrem Können etwas sehr Wertvolles anbieten. Sie möchten etwas weitergeben mit dem Ziel, Ihr Publikum davon zu überzeugen, besser noch, es zu begeistern. Diese Werte sollten sich sowohl beim Einsatz geeigneter Technik als auch in der Organisation und Gestaltung Ihrer Veranstaltung widerspiegeln.

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